Wie geht es weiter?

Langsam wird es Zeit, eine kleine Aktualisierung zu publizieren, über die Ereignisse und meine Tätigkeiten in den letzten Monaten.

Wie Ihr wißt, arbeite ich schon länger daran, eine größere Ausstellung vorzubereiten, was aber nicht ganz leicht ist, insbesondere wenn es sich um Bildhauerei handelt. Es musste ein geeigneter Raum gefunden werden, mit entsprechender „Aura“, da ich meine Arbeiten „dramaturgisch inszenieren“ wollte. Auch mussten Zufahrtswege bestehen, da einige Tonnen Gewicht zu bewegen wären.

Ich hatte lange nach geeigneten Räumen gesucht. Zuerst im Untergrund, da mir eine Katakomben-Situation vorschwebte. Ich recherchierte diverse Bunkeranlagen, die noch reichlich im Münchner Untergrund vorhanden sind. Aufgrund der historischen Vorbelastungen und durch die schlechte Erreichbarkeit schieden diese Ideen wieder aus. Hier im Bild die Zeppelintribüne (Kassenhalle) am alten Flughafen München Riem und die darunter liegenden Luftschutzbunker, die ich kurzzeitig in Erwägung gezogen hatte.

Dann gab mir ein befreundeter Architekt den Tipp, die Regenrückhaltebecken in München einmal anzusehen (ich hatte es schon erwähnt). Man kann sie zwar besichtigen oder für kurzfristige Events buchen, aber für Ausstellungen ist das ganze – obwohl räumlich sehr interessant – ungeeignet. Der Transport ist kompliziert und der Event ist nicht planbar, da selbst im Sommer plötzliche Regenfälle eine Überflutung des unterirdischen Beckens bedeuten.

Regenwasserspeicher am Hirschgarten, München

Regenwasserspeicher am Hirschgarten, München

Daraufhin hatte ich mir im Juni eine säkularisierte Kirche in München auserkoren, zentral gelegen und von Zeit zu Zeit auch durch das Erzbistum München und Freising als Ausstellungsraum genutzt.

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In einem darauf angepaßten Konzept wurde ich im Kunstreferat des Erzbistums vorstellig und bewarb mich mit meinem Projekt. Nach einigen zähen Wochen erhielt ich dann eine Absage durch den Kunstreferenten, mit der Begründung, meine Arbeiten – insbesondere die Köpfe – seien für die Kirche zu „antikisch“.

Nun, das entband mich von der Sorge irgendwelche verbalen Rücksichten zu nehmen, in der Äußerung meiner Ansichten. Und, es zeigte mir, mit meiner Kunst auf dem richtigen Weg zu sein. Und noch ein Gutes, hatte dieser Rückschlag: Da es sich bis dahin schwierig gestaltet hatte einen geeigneten Ausstellungsraum zu finden, entwarf ich kurzerhand ein eigenes Gebäude.

Monomythos Block

Monomythos Block

Monomythos Block - Grundriß

Monomythos Block - Grundriß

Dies ist die erste Manifestation meiner Kathedrale – gewissermaßen die Vorstufe. Ich nenne es den Monomythos Block: Ein schwarzer monolithischer Kubus, ähnlich der Kaaba in Mekka, jedoch mit Portal, den beiden Portalfiguren und vier Innen­räumen, die farbig gefasst sind.

Dieser „Black Cube“ wird als mobiler Tempel an wechselnden Standorten für jeweils 6 Wochen dort aufgestellt, wo die Menschen es leicht haben, einen kurzen Augenblick im Alltag inne zuhalten und in den mythologischen Urgrund aller Menschen einzutauchen. Fernab des offiziellen Kunstbetriebs möchte ich in einer theatralischen Inszenierung des Innenraumes mittels Licht, Klang und Geruch meine Arbeiten auf einfache und spontane Weise zugänglich machen.

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One Response to Wie geht es weiter?

  1. engelgruss bewunderte Deine genialen Zeichnungen und Entwürfe…
    Ich habe den Wunsch die Skulpturen zu berühren und darüber zu streicheln….ist mir bisher nur bei Moore und Tagger (Michael ist ein israelischer Bildhauer…) passiert. Als ich in Tel Aviv war ging ich einfach in seine Atelierwohnung am Meer in Jaffa und versank in eine andere Welt..anschliessend war ich bei Samuel Bak und beim Schreiben dieser Zeilen bin ich wieder im Gedanken in Israel…wo kann ich eine Deiner Skulpturen berühren? Lieben engelgruss aus Nürnberg an Dich und Deine Muse, Brigitta

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