Dornröschen

Ein Jahr … nicht hundert Jahr 😉 … sind vergangen, seit ich hier den letzten Bericht eingetragen habe.  Trotzdem, eine lange Zeit.

Der vermeintliche Dornröschen-Schlaf – war jedoch keiner. Die Tage waren angefüllt mit langen To-Do-Listen, um alles auf die Reihe zu bekommen, was man als erfolgreicher Bildhauer so braucht, um in unserer satten Gesellschaft die nötige Aufmerksamkeit zu erhalten.

Noch im Herbst/Winter 2008 habe ich mit der lebensgroßen Bronzeplastik „Dornröschen“ begonnen, die hier in Ihrer Entstehung dokumentiert werden soll. Am Anfang stehen 200 kg Ton, extra fein schamottiert und mit geringst möglicher Schrumpfung und 100 kg Stahl. Ich beginne mit dem Aufbau des Gerüsts.

Zuerst schweiße ich mir ein Stützgerüst, so dass ich daran die Figur aufstellen kann. Weil die liegende weibliche Figur später umgedreht montiert werden soll, baue ich zwei Standfüße, so dass die Figur während der Arbeit „auf den Kopf“ gestellt werden kann.

Das Gerüst ist notwendig, um die 200 kg Ton zu tragen, die für die Figur vorgesehen sind. Ohne das Gerüst, würde der Ton in sich zusammensacken und die Plastik durch das Eigengewicht zerstören. Dann beginne ich mit dem Schweißen des Tragegerüst für die Figur. Ich versuche die Bewegung und die Proportion der Figur bereits so gut wie möglich vorweg zu nehmen. Nichts ist ärgerlicher, als später, wenn der Ton bereits angetragen ist, die Armierung verändern zu müssen, weil die Proportion oder Drehung des Körpers nicht stimmt. Daher nehme ich mir zum Aufbau viel Zeit.

Schließlich stimmt alles. Der Rumpf und die Extremitäten sind schon aus Stahl gebildet. Dann wird der „stählerne Knochenbau“ mit Maschendraht umhüllt. Das Drahtgewebe wird dabei mit Bindedraht auf der Unterkonstruktion fixiert. Die beiden letzten Bilder zeigen den Abschluss dieses Arbeitsganges. Wichtigste Werkzeuge waren Blechschere zum Schneiden des Maschendrahts, Kombizange und Beißzange sowie … Handschuhe! … gegen Verletzungen der Hände.

Nun kann mit dem Antragen des Tons begonnen werden. Um zu verhindern, dass der Ton vorzeitig trocknet und reißt, habe ich Frischhaltefolie bereitgelegt.

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