Making of … Kain und Abel III

Nach der Klangperformance von Ginsberg begann mit dem 1. Februar sofort das Antragen von weiterem Gips, zum Aufbau der Form. Dabei wurden – ich weiß nicht wieviele – tausende Gipsbecher angemischt und nacheinander angetragen.

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Anzumerken ist, dass bei meiner Arbeitsweise immer auch ein „Abschlagen“ erfolgt. D.h. der Begriff „Plastik“, der von einer rein additiven Arbeitsweise ausgeht, ist nicht ganz richtig. Das Abschlagen (vorzugsweise mit Beil oder Flacheisen) hat viel vom Arbeiten in Stein, nur dass das Material weicher ist und nicht soviel abgeschlagen werden muss. Anschließend wird mit Raspeln, Kratzern, Schabern, Ziehklingen nachgearbeitet, bis die Form die gewünschte Präzision und Spannung erreicht hat. Das bedeutet, dass die eigentliche Ausformung im subtraktiven, also skulpturalen Prozess erfolgt.

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Solange es noch ging, wurde die Skulptur/Plastik auch einige Male umgelegt, der besseren Zugänglichkeit der unten gelegenen Stellen wegen.

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Mit dem Aufbau der oberen Hälfte (Kain) ging das Umlegen nicht mehr, da schon einige Zentner Gips verarbeitet waren. Zusätzlich war der Gips noch feucht und trug das Gewicht des Wassers in sich. Im Bild oben links ist das Stützgewebe erkennbar , das ich auf der Stahlkonstruktion mit Draht befestigt hatte. Im unteren Bereich hatte ich Jute verwendet, die weiter oben jedoch ausgegangen war, also griff ich auf Sisal zurück, das seinen Zweck mindestens so gut, aufgrund der gröberen Fasern eher aber noch besser erfüllte. Der Vorteil von Jute und Sisal als Trägergewebe – manchmal verwende ich auch so genanntes Streckblech stattdessen – ist, dass man die Figur gut mit dem Beil zurecht hauen kann, ohne auf Metall zu treffen. Bei Streckblech muss man stattdessen öfter zur Flex greifen, was viel mehr Staub und Eisenrost produziert.

Die nachfolgenden sechs Fotos zeigen noch einmal sehr schön die oben beschriebene Ausformung durch abtragende Methoden. Diese sechs Fotos sind von Nyc Labrets, einem Münchner Fotografen geschossen und unterliegen daher seinem Urheberrecht: Nyc Labrets ©2010 Digital Komponents Produktions.

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Manchmal musste ich in größerer Höhe balancieren, um die Arbeitsposition zu erreichen. Die Skulptur/Plastik ist immerhin 3,16 m hoch. Weil ich dauernd hinauf und herunter musste, sei es um die Wirkung aus der Betrachtersicht von unten zu kontrollieren oder um Gips neu zu mischen, hatte ich mir eine variable Plattform mit verschiedenen Höhen aus Bühnenelementen und Holzkisten gebaut.

Hier noch ein Video, geschossen von Wanda Luesst, die gleichzeitig mit Nyc anwesend war:

Die letzten drei Bilder zeigen bereits den Aufbau von BLOCK 1 der Monomythos Serie für die Ausstellung in der Briennerstraße 48, Anfang Mai 2010. Die Skulptur/Plastik ist noch nicht fertig. Dieser gebaute Raum – ein vergoldeter heiliger Schrein, gewissermaßen – umhüllte später die Figur vollständig und gab sein Geheimnis nur den Besuchern preis, die bereit waren, ihre Schuhe in einer eigens gebauten Lichtschleuse auszuziehen und barfuß den schwach beleuchteten inneren Raum der Raum- und Klanginstallation zu betreten.

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