Monomythos Serie BLOCK 1: ATEM – Arenas de San Pedro – Migraciones

Am 6. August 2010 fuhr ich vollgeladen nach Spanien ab, um gleich nach den ersten 80 km mit einem Bruch der Antriebswelle liegen zu bleiben. Nachdem der Schaden Freitag Spätnachmittag geschah, war an eine Reparatur vor Montag nicht zu denken und damit wäre der gesamte Zeitplan bis zur Eröffnung in Spanien nicht mehr zu halten gewesen. Außerdem war die eine Hälfte des Aufbauteams bereits mit dem Flugzeug auf dem Weg nach Spanien bzw. aus anderen Landesteilen angereist.

Nach vergeblichen Versuchen am Samstag noch das richtige Ersatzteil zu beschaffen, ergab sich am Samstagabend die rettende Lösung, dass die Gießerei Gugg mit einem Zugfahrzeug aushalf. Nochmals den aller wärmsten Dank an dieser Stelle!!!

Nach dem Umladen des Zugfahrzeugs (das die Baumaterialien für den Monomythos Block enthielt) am Sonntagmorgen mit meinem Freund Karl Schmitt-Walter, brachen wir zu zweit am Sonntagmittag endgültig gen Spanien auf.

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Die Reise verlief glücklich und ohne größere Vorkommnisse. Die Götter waren uns gewogen, was wir allerdings erst nach unserer Ankunft in Arenas de San Pedro wirklich merkten. Dort trafen wir am Dienstag morgen gegen 2 Uhr früh ein und stellten fest, dass einer der Reifen unseres Doppelachsanhängers einen Plattfuß eingefangen hatte. Ein Metallspan hatte die Reifendecke durchschlagen. Der zweite Reifen der Seite auf der sich der Plattfuß befand, war im Begriff sich aufzulösen. Teilweise hatte die Ablösung der Karkasse durch die erhöhte Reibung schon stattgefunden. Welch ein Glück! In der Nacht hatten wir kurz vor Arenas noch zwei Gebirgspässe auf sehr schmaler Straße, mit engen Serpentinenkurven passiert. Wenn dieser Reifen in einer der Kurven bergab geplatzt wäre, unser Anhänger mit mehr als 1,6 Tonnen Gewicht – Kain und Abel und die beiden Portalfiguren – hätten uns vielleicht mit dem Zugfahrzeug in die Tiefe gerissen.

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Wir hatten in einem eigens für das Team angemieteten Haus angenehm den Rest der Nacht verbracht – es war uns dankenswerter Weise vom Kulturreferat der Stadt zur Verfügung gestellt worden – und begannen am Morgen mit dem Abladen der Figuren. Auch der bestellte Gabelstapler war vor Ort, alles lief reibungslos und wie am Schnürchen. Das gesamte Aufbauteam (5 Personen) war bestens gelaunt, wie man auf den Bildern sehen kann.

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Gleich nach dem Abladen wurde „Kain und Abel“ in der Halle richtig positioniert, so wie der spätere Standort sein sollte. Nun konnten wir mit dem Aufbau des „Sakralraums“, dem „Monomythos Block“ darum herum beginnen.

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Während Mathias, Alin und Sergej die Holzwände des Blocks errichteten, war ich mit dem Streichen der restlichen Holzflächen beschäftigt. Der Block war im Mai 2010 in der Briennerstraße 48 das erste Mal errichtet worden. Da dort aber die Deckenhöhe nicht ausreichte, war auf das Dach und die Rückwand verzichtet worden. Diese Bauteile mussten nun in Arenas zusätzlich angefertigt werden.

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Nachdem die Balkendecke gezogen war, wurde auch gleich der Narthex, d.h. die Licht- und Geruchsschleuse am Eingang errichtet, der später von zwei dichten Mollton Vorhängen verschlossen werden sollte.

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Während die anderen am Dach weiter bauten, begann ich bereits mit der Verkabelung für die Klang- und Lichtinstallation. Auch die zentrale Stromversorgung mit den Sicherungsautomaten wollte eingebaut werden.

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Schließlich war das Dach drauf und drinnen herrschte Dunkelheit. Wir mußten mit Beleuchtung weiter arbeiten. Die Wände wurden komplett mit Mollton bespannt. Als endlich alles fertig war, konnte die Bronze entüllt werden.

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Die Plastik wurde auf Transportschäden begutachtet, aber ausser einer kleinen Scheuerstelle, die durch eine schlecht sitzende Gurtschließe verursacht worden war, war nichts zu beanstanden.

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Vielen Dank, Mathias!!! Das meiste war geschafft. Wir waren glücklich und lagen gut in der Zeit. Einen Puffertag hatten wir eingeplant – und den brauchten wir auch. Man sieht, das hier der Rasen noch nicht verlegt ist, der den Boden der Rauminstallation bildete. Er musste noch in der Nähe von Madrid beschafft werden. Auch ein Trip von mal eben 70 km hin und zurück. Und wir mussten nochmal los, da der Verstärker, der zuhause noch tadellos funktioniert hatte plötzlich versagte. Also, wieder Madrid – Media Markt. Und schließlich die Vorhänge! Seit der Ausstellung in München waren sie eingelaufen. Sie mussten verlängert werden. Nur gut, dass schließlich auch das Team der Galerie eingetroffen war. Sophia und Adriana waren die Rettung für den Vorhang.

Schließlich waren wir fertig. Pünktlich am Vormittag des großen Tags der Vernissage, die abends um 19 Uhr stattfinden sollte, war alles bereit. Klang, Licht, Rasen, alles stimmte. Die Spanier staunten nicht schlecht, dass diese Deutschen die ganze Woche nichts außer einer Steckdose benötigt hatten, während sonst allenthalben Hilfe zu leisten war …

¡Salud!

Zum Schluss der Bericht des spanischen Fernsehens …

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